Edith Wallner (Berg im Drautal) - Osttirol Online


Edith Wallner (Berg im Drautal)

Eingestellt am 17.01.2014

Die 55-jährige Edith Wallner begleitet mit ihrer Kollegin Margrit Gödel beim ambulanten Hospizdienst Menschen auf ihrem letzten Weg. Edith Wallner lebt mit ihrem Ehemann am Emberg, Berg im Drautal, und bewirtschaftet einen Bergbauernhof. Ihre drei Kinder sind bereits erwachsen und in alle Welt verstreut.

OVT: Frau Wallner, was bewegt Sie, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten?
Edith Wallner: Das Thema Tod ist für mich kein Tabu und ich habe mich schon viel damit auseinander gesetzt. Nachdem ich meine Kinder selbst unterrichtet habe häuslicher Unterricht, suchte ich eine neue Aufgabe für mich. Durch Zufall besuchte ich einen Vortrag von Prof. Mag. Renate Kreutzer, daraufhin machte ich dann die Ausbildung zum Hospizmitarbeiter im Jahr 2001. Eigentlich habe ich das nur für mich persönlich gemacht und wollte nicht als aktiver Mitarbeiter tätig sein. Aber später sah ich die Notwendigkeit dieser Arbeit und sie wurde zu meiner Aufgabe. Es gibt mir sehr viel, ich erlebe viele schöne Stunden mit Menschen in schwierigen Situationen und es ist schön, dass man für andere Menschen „einfach nur da sein“ kann.

Was ist das Wichtigste im Umgang mit dem Sterbenden?
Das Wichtigste ist, dass man für den Sterbenden da ist, dass man auf die Würde dieses Menschen achtet und die persönlichen Wünsche respektiert, egal, was man auch mit ihm noch unternimmt. Man macht Besorgungen, geht mit dem Menschen spazieren, macht Ausflüge, besucht Konzerte und Gottesdienste, geht auf den Friedhof, macht Spiele, redet sehr viel, usw. Die Palette ist sehr bunt und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt – natürlich alles im Rahmen des Möglichen – bis dass der Tod beendet alles Tun des Menschen.

Inwieweit sind Familie, Verwandte und Freunde eingebunden?
Wenn die Verwandten des Sterbenden es wünschen, werden sie selbstverständlich in die Hospizarbeit mit eingebunden. Ein Hospizmitarbeiter obliegt des Weiteren auch der absoluten Schweigepflicht.

Wie sehr darf man persönlich am Sterben eines Menschen „Anteil“ nehmen?
Wenn man einen Menschen eine Zeit lang begleitet und beim Sterben anwesend ist, nimmt man sehr großen Anteil daran. Um dies gut verarbeiten zu können, haben wir monatlich ein Teamtreffen. Da können wir unsere Erlebnisse, Fragen, Ängste und Schwierigkeiten ansprechen – es bleibt alles in der Gruppe. Außerdem haben wir viermal jährlich eine Supervision in unserer Gruppe. Ich persönlich finde sehr viel Gleichgewicht, indem ich in den Wald gehe und mit Gott spreche. Es hilft mir auch viel, wenn ich des Nachts eine geraume Zeit in den wunderschönen Sternenhimmel blicke und erkennen muss, wie klein der Mensch doch ist, besonders ich!

Wie kann man bei Ihnen um ihre Dienste anfragen?
Wer eine Begleitung wünscht, kann sich direkt an die Hospizbewegung Kärnten wenden, oder an die Teamleiterin von Spittal, Ursula Weiss-Wichert, Tel. 0676/7207478 oder an uns persönlich: Edith Wallner, 0650/274 9761 und Margrit Gödel, Tel. 0664/1717856.

Wo liegt der Unterschied zwischen Hospiz und Palliativmedizin?
In der Hospizarbeit werden Menschen in schweren Stunden begleitet, z. B. Trauerbegleitung, Begleitung von Schwerstkranken aller Altersgruppen, besonders aber Sterbebegleitung. Nationalität und Konfession werden dabei außer Acht gelassen. In der Palliativmedizin wird Patienten in einer Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung ein weitgehend beschwerdefreies bzw. schmerzfreies Dasein ermöglicht Schmerztherapie usw.. Dabei wird der Tod weder beschleunigt noch hinaus gezögert und die Hospizarbeit wird mit einbezogen.

Welchen Wunschtraum würden Sie sich gern erfüllen?
Ich wünschte mir so sehr, dass die Menschen nicht so viel über andere, besonders über Nachbarn, reden. Viele wissen nicht, was sie alles anrichten mit dem „Gerüchte in die Welt setzen“. Wieso kann man nicht einfach schweigen, wenn man was sieht oder hört? Es hat ja jeder seine eigenen Probleme zu bewältigen und mit  Gerede kann man diese wohl nicht lösen!

Wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?
Sehr informativ, jede Woche lesenswert!


Sternzeichen: Widder

Beruf: Ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin

Lieblings-Farbe: blau und orange

Lebensmotto: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu!

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