Birgit Moser (Lendorf) - Osttirol Online


Birgit Moser (Lendorf)

Eingestellt am 30.09.2016

Die 41-jährige Mag. Birgit Moser hat sich seit zwei Jahren in Lendorf mit ihrem Atelier „Schneiderkunst“ selbständig gemacht. Zuvor besuchte sie die Meisterschule in Graz und absolvierte 2014 die Meisterprüfung zur Damenkleidermacherin. Die gebürtige Spittalerin kann langjährige Erfahrung als Kostümschneiderin bei internationalen Theatern und Musicalproduktionen vorweisen. Birgit Moser lebt mit ihrem Lebensgefährten in Lendorf. Infos unter www.birgitmoser.at.

OVT: Frau Moser, wer oder was war der Auslöser für Ihre Berufswahl?

Birgit Moser: Es ist eine lustige Geschichte. Schon als Schulkind war ich immer gern an der Nähmaschine und habe verschiedenes mit Stoffen ausprobiert. In der vierten Hauptschulklasse fertigten wir einen Teller-Rock, anstatt einen Pullover zu stricken. Da lernte ich zum ersten Mal richtig, wie aus einem Stück Stoff etwas Tolles entstehen kann. Das war der Auslöser. Nach den Berufsorientierungstagen entschied ich mich für die Ausbildung in der HBLA für Mode- und Bekleidungstechnik in Villach heutige CHS. Nach fünf Jahren hatte ich die Matura und den Status des Gesellen.

Ihre Berufswege führten Sie nach Wien, Graz, Salzburg und auch ins Ausland?

Ja, mein Faible für historische Kostüme brachte mich zum Beispiel 1996 in die Kostümwerkstätte „Art for Art“, dort konnte ich vieles von älteren Kolleginnen lernen. Später haben mich meine Engagements als Kostümassistentin für Musicalproduktionen We will rock you, Chicago etc. weit herum gebracht. Bei den Salzburger Festspielen hatte ich Kostüme von Anna Netrebko oder der „Buhlschaft“ in Arbeit. Während meines Theater- Film und Medien Studiums jobbte ich nebenbei auch als Modeverkäuferin, was durchaus lehrreich war.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie vorzugsweise?

Eindeutig mit Seide, weil ich mich auf Hochzeitskleider und Anlassmode spezialisiert habe. Seide ist nicht nur ein edles Naturmaterial, welches im Sommer auf der Haut kühlend und ausgleichend wirkt, sie hat zudem auch einen sehr schönen Glanz. Ich arbeite aber auch mit anderen Naturtextilien wie Wolle, Leinen oder Baumwolle, die ich gerne für Businesskleidung einsetzte, denn ich bin eine Befürworterin von schlichter zeitloser Eleganz. Mittlerweile kann ich meinen Kundinnen auch biologisch und nachhaltig produzierte Stoffe anbieten.

Worauf legen Sie bei ihrer Arbeit größten Wert?

Wichtig ist mir anfangs ein ausführliches Kundengespräch, wo ich ganz auf Wünsche und Vorstellungen meiner Kundinnen eingehe. Nachdem ich die Vorstellung zu Papier gebracht habe und die Kundin sich für einen Entwurf entschieden hat, wird Schnitt gezeichnet, zugeschnitten, genäht, probiert. Der kreative handwerkliche Prozess - vom Entwurf bis zum fertigen Kleidungsstück - ist für mich immer das Schönste an meiner Arbeit.

Auftragswünsche können aber von Kundinnen auch sehr „geradlinig“ geäußert werden?

Ja. Beispielsweise hat eine 3-fache Mutter, die wegen eines Brautkleides zu mir kam, gesagt: „So da bin ich, machen Sie was!“ Der erste Entwurf war für sie perfekt und dieses Kleid hat ihr vom Fleck weg gefallen. Aber durch meine langjährige Berufserfahrung, und ich war ja auch viel im Verkauf tätig, weiß ich wie ich Tipps, diskrete Hinweise und Fingerspitzengefühl einzusetzen habe, damit letztlich alles passt.

Sie bieten auch Service vor Ort an?

Ja. Viele Kundinnen sind berufstätig oder haben Kinder, deshalb kann ein Auftrag für sie durchaus zu einer Zeitfrage werden. Und wenn ich für Anproben ins Haus der Kundin komme, hat es noch einen großen Vorteil: man hat zuhause Schuhe, Unterwäsche – gerade bei einer Braut – dann gleich zur Hand. Das erste Beratungsgespräch findet jedoch vorzugsweise bei mir in meinem Atelier statt.

Gibt es für Sie auch ein „ganz besonderes, emotionales“ Kleid?

Grundsätzlich ist jedes meiner Kleider mit Emotion gefertigt. Jedes Einzelstück ist ja eine neue Herausforderung abseits von Routine. Wenn ich 10, 20 oder 35 Stunden bei einem Kleid sitze, dann wird es natürlich auch ein bisschen „mein Stück“, das ich aber trotzdem gerne meiner Kundin übergebe. Und wenn ich dann die vor Freude strahlenden Augen meiner Kundin sehe, tut es einfach gut. An eine Besonderheit erinnere ich mich aber immer noch gerne: Für den „Haute Couture Fashion Award“ 2012 fertigte ich ein schnitttechnisch raffiniertes Seidenkleid, bei dem ich die Schleppe mit über 800 Swarovski-Steinen verzierte.

Hochzeitskleid und Modeschauen: Braucht`s da auch noch Wunschträume?

Ja. Mit Wunschträumen bleibt man kreativ und zielstrebig und irgendwann wird der Traum zur Realität. Meine Familie hat mir mit ihrer Unterstützung beim Ausbau meines Ateliers und bei meinem Start in die Selbstständigkeit schon einen Traum erfüllt. Und dafür bin ich sehr dankbar! Ein weiterer Wunschtraum geht mit der Kostümausstattung für ein Kindertheaterstück in den Kammerlichtspielen Klagenfurt in Erfüllung. 


Sternzeichen: Stier

Beruf: Schneider-Meisterin

Lieblings-getränk: italienischen Kaffee und steirischen Gelben Muskateller

Lebensmotto: Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere!

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