Barbara Ilg (Rennweg am Katschberg) - Osttirol Online


Barbara Ilg (Rennweg am Katschberg)

Eingestellt am 29.06.2018

Die Sehnsucht nach den Bergen und die im Sommer 2017 neu entdeckte Leidenschaft für die Almwirtschaft führte Barbara Ilg 33 auf den Biohof Laußnitzer. Dieser ist ein vielseitiger Bergbauernbetrieb in Rennweg am Katschberg, gelegen an einem sonnigen Südhang auf 1.280 m Seehöhe. Der ab Hof Verkauf startet bald und die zum Hof zugehörige Laußnitzer Hütte bereits täglich bis zum 2. Oktober-Wochenende geöffnet.

OVT: Frau Ilg, des Almlebens wegen zog es Sie von der Stadt auf den Berg. Wie vertraut sind Ihnen mittlerweile Kärntner Mentalität und Sprache?

Barbara Ilg: Bevor ich nach Rennweg kam, habe ich lange Zeit in der Nähe von Berlin gelebt und gearbeitet. Da gibt es tatsächlich in vielerlei Hinsicht gravierende Unterschiede. Ganz besonders was Sprache und Mentalität angeht. Zudem ist in der Stadt alles sehr anonym. Somit ist die schier ungebändigte Neugier der Kärntner manchmal noch eine Herausforderung. Dennoch: wenn ich wählen kann zwischen Berliner Schnauze und Katschtalerisch: ganz klar Katschtalerisch! Aber nicht nur die Sprache, überhaupt die offene und herzliche Art der Menschen hier macht es mir leicht, mich hier zuhause zu fühlen.

Ihr Betrieb setzt ja nun auf mehrere Standbeine. Landwirtschaft mit Direktvermarktung, Tourismus und Hütte – was war der Auslöser dafür?

Nun ja, einerseits bietet der Hof selbst, als auch die Region ungemein viel Potential. Neben dem Talbetrieb haben wir noch die Almwirtschaft, es wäre dumm, das ungenutzt zu lassen. Als die alte Hütte auf der Alm, in der schon jeher ein Senner tätig war, 1993 grunderneuert wurde, hielten viele Wanderer an und fragten nach etwas zu essen. Als man schließlich die eigene Jause verkaufte, entstand die Idee eines Buschenschanks und so schlussendlich die Laußnitzer Hütte wie sie heute ist – mit Almausschank, Direktvermarktung und Schlaflager. Da die Hütte nebst Schlaflager von Beginn an auf große Resonanz stieß, lag es nahe, auch im Talbetrieb eine Ferienwohnung zu bauen. Bezüglich Tourismus liegen wir hier mit zwei Hauptsaisonen in einer absoluten Gunstlage. Es wäre grober Unfug, dieses Standbein nicht weiter auszubauen, da es uns letztlich auch die ideale Möglichkeit gibt, unsere Produkte direkt zu vermarkten. Es wäre für uns ausgeschlossen für einen anonymen Markt und Kunden Lebensmittel zu produzieren. Alles in allem ideal – für uns und den Kunden bzw. dem Gast.

Welche Produkte bieten Sie an? Wo kann man sie kaufen?

Wir bieten nur Produkte an, die wir auch selbst herstellen. Das heißt in erster Linie klassische Kärntner Wurstwaren wie Hauswürste, Trockenwürste, Speck und Salami. Im Sommer während der Almsaison gibt es unterschiedliche Käse aus tagfrischer Almmilch wie Schnittkäse Tilsiter Art, Frischkäse, Graukäse und Glundner, aber auch weitere Milchprodukte wie Topfen und Butter. Darüber hinaus haben wir Holzofenbrot, Eier und ab August auch Kartoffeln. Man kann unsere Produkte direkt auf der Alm kaufen oder auf Vorbestellung am Hof abholen. Wir bauen derzeit jedoch auch einen Verkaufsraum im Talbetrieb, sodass man diese zukünftig – etwa ab Ende Juli – direkt ab Hof kaufen kann. Freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.

Worauf legen Sie bei ihren eigenen Produkten großen Wert?

Auf Tradition, Regionalität und natürlich Qualität. Das bäuerliche Handwerk auf dem Laußnitzer Hof ist seit dem 15. Jahrhundert fest verankert und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Eine – meiner Meinung nach – entscheidende Einflussgröße für die Herstellung eines hochwertigen Lebensmittels ist eben ein gutes Handwerk. Natürlich spielt auch der Rohstoff eine tragende Rolle. Alles was hier an Fleisch und Milch verarbeitet wird, stammt ausschließlich von unseren eigenen Tieren. Außerdem ist Regionalität für uns unabdingbar: sowohl zugekaufte Futtermittel als auch Zutaten für die Speisen auf der Alm stammen aus der Region. All das, nicht zuletzt aber auch Liebe und Leidenschaft zum Beruf führt zu einer herausragenden Produktqualität.

Wie verteilen Sie die Arbeit auf dem Hof und der Hütte?

Eines steht fest: es wird nie langweilig! Als Familienbetrieb ist natürlich klar, dass alle mithelfen. Selbst Andreas, der 87-jährige Altbauer, unterstützt uns immer noch tatkräftig. Auf der Alm macht er das Frühstück und gelegentlich auch noch die ein oder andere Jause. Und seine geschätzte Frau Gertrude ist – grundsätzlich natürlich – aber besonders auf der Hütte unverzichtbar. Morgens ist sie in der Käserei und nachmittags verwöhnt sie die Gäste mit ihren Kochküsten. Ich bin froh, dass ich mich überwiegend um Administratives und Übernachtungsgäste kümmere und daher auch viel im Tal bin. Laut Gertrude hat bislang noch jeder während der Almsaison zugenommen – dem kann ich so hoffentlich entkommen! Wir sind damit gesegnet, dass jeder bei uns auf dem Hof der Arbeit nachgehen kann, die ihn erfüllt. Herzblut bei der Arbeit sowie viele freudvolle Momente auf der Alm, mit Gästen etc. machen es leicht, der vielen Arbeit nachzukommen. In der Hauptsaison wäre es dennoch nicht alleine zu schaffen, so haben wir tatkräftige Aushilfen, die uns den Sommer über helfen.

Welchen Wunschtraum haben Sie?

Da es für mich sehr wichtig ist, durch meinen Beruf Erfüllung zu erfahren, ist die Grenze zwischen Privatem und Beruflichem eher schwammig. Eine eigene kleine, aber feine Produktreihe im Bereich Naturkosmetik bzw. Kräutersalben möchte ich irgendwann ins Leben rufen. Und einmal auf Hawaii mit Delfinen schwimmen- ja, das wäre schön.

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?

Richtig gut! Eine gute Mischung aus Nachrichten, Klatsch und allerhand Infos zur Region. Vor allem passt der Umfang – genau richtig um sich während des Frühstücks zu informieren, was so los ist hier in Oberkärnten. Ich ziehe den OVT definitiv einer „normalen“ Zeitung vor, da gibt es in der Regel zu viele schlechte Nachrichten.


Sternzeichen: Zwilling

Beruf: Bio-Bergbäuerin & Hüttenwirtin

Lieblings-tier: Giraffe

Lebensmotto: Immer mit der Ruhe.

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