Arno Kronhofer (Mitschig/Hermagor) - Osttirol Online


Arno Kronhofer (Mitschig/Hermagor)

Eingestellt am 13.10.2017

Arno Kronhofer 37 betreibt seit zwei Jahren als selbständiger Tourismusunternehmer eine Ferienappartementanlage mit angeschlossener Lehr- und Erlebnisimkerei ganzjährig. Seit 2004 ist der Gailtaler – der im 3. Lebensjahr seine ersten Hummelnester ausgrub – auch Organisator des „Österreichischen Honigfestes“ in Hermagor und 2016 wurde er zudem Obmann der Kärntner Imker – als Erster seines Tales. Arno Kronhofer lebt mit Partnerin Simone in Mitschig, und hat eine dreijährige-Tochter.

OVT: Herr Kronhofer, Mitte August gab es das 14. „Österr. Honigfest“.
Arno Kronhofer: Das Honigfest ist inzwischen sicher ein Fixpunkt im Veranstaltungskalender,, was uns als Imker natürlich sehr freut und stolz macht. Die Freunde wird dadurch etwas getrübt, da durch die Größe der Veranstaltung die Organisation für uns im Ehrenamt kaum mehr zu bewältigen ist.

Was bewog Sie nun 2015 in die Selbständigkeit zu gehen? Zuvor waren Sie ja beispielsweise acht Jahre lang Tourismusdirektor am Weißensee.

Mir hat die Arbeit am Weissensee großen Spaß gemacht. Ich hatte dort ein sehr gutes berufliches Umfeld mit viel Gestaltungspielraum. Sowohl die Tourismusverantwortlichen als auch die politisch Verantwortlichen haben mich und mein Team sehr unterstützt und daher konnten wir gemeinsam einiges bewegen. Als im Jahr 2014 meine Tochter Emilia zu Welt kam, habe ich mich entschieden etwas Neues zu machen und bin selbstständiger Tourismusunternehmer geworden. So schön mein Beruf nämlich auch war, das Privat- und Familienleben kam damals sehr kurz. Heute bin ich froh diesen Schritt gesetzt zu haben, denn mir macht meine neue Herausforderung großen Spaß und ich kann mir auch viel Zeit für meine Tochter nehmen.

8 Apartments und die Erlebnis-Imkerei: Ihre Gäste können Ihnen etwa über die Schulter schauen oder ein Imker-Einsteigerdiplom absolvieren!

Beim Bau meiner Apartments habe ich gewusst, dass hochwertige ****Apartments im Nahbereich vom Nassfeld ein Geschäftsmodell sind, das im Winter sicher funktioniert. In Blickrichtung Sommer hatte ich aber Zweifel ob der Standort Mitschig wirklich attraktiv genug ist, um auch im Sommer erfolgreich zu sein. Dank des Themas Erlebnis-Imkerei funktioniert die Vermietung aber auch im Sommer erfreulich gut. Meine Gäste haben die Möglichkeit mit mir einen Vormittag am offenen Bienenstock zu verbringen und einmal in die Welt der Imkerei einzutauchen, da gehört auch das Schleudern eines frischen Honigs dazu. Das kommt sehr gut an und bindet die Gäste an meinen Betrieb.

Apropos Imkerei: Wie viele Völker haben Sie? Und die Königinnen?

Ich betreue aktuell 100 Völker. 70 davon nütze ich für die Honigernte, 30 benötige ich für die Königinnenzucht. Die Königinnenzucht ist in der Imkerei der Erfolgsfaktor schlechthin.

War/ist 2017 ein gutes Honig-Jahr? Die Honig-Ernte gut gelaufen? 
Was zeichnet dann schlussendlich einen guten Honig aus?

2017 war ein sehr gutes Jahr sowohl was Menge als auch Qualität betrifft. Einen guten Honig macht aus, dass er reif geerntet wird und die Bienen ein naturnahes Umfeld vorfinden um Nektar und Honigtau zu sammeln. Unsere bewaldete Region ist daher für Waldhonig geradezu ideal.

Sie sind seit 2016 Obmann der Kärntner Imker: Welche Ziele haben Sie?

Derzeit boomt das Bienen-Thema allerorts. Mein Ziel war es am Beginn meiner Obmannschaft den Verband wirtschaftlicherfolgreich aufzustellen und die an der Bienenzucht Interessierten als Mitglieder zu gewinnen. Beides ist bis jetzt erfreulich gelungen, alleine die Mitgliederzahl hat sich in den letzten Jahren von gut 2.000 auf knapp 4.000 fast verdoppelt, damit sind wir Österreichweit Vorzeige-Bundesland. Das liegt sicher auch daran, dass ich einen jungen dynamischen Vorstand an meiner Seite habe, der was weiterbringen will. Wir sind so aufgestellt, dass der Vorstand ehrenamtlich operiert und uns insgesamt acht Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die großartige Arbeit leisten, damit unser Unternehmen floriert.

Die Carnica ist die wichtigste Kärntner Biene, man hört aber auch von der Buckfast und der Rosentaler Biene: Was hat es auf sich?

Wichtig ist, dass man Bienenköniginnen züchtet und damit die Eigenschaften – man könnte sagen den Charakter – der Völker laufend verbessert. In Kärnten ist, wie in Slowenien auch, die Carnica gesetzlich geschützt. Daher ist es uns nur erlaubt innerhalb dieser Rasse zu züchten. Wer sich nicht dran hält, macht sich strafbar. Warum das Gesetz so ist, ist einfach erklärt: Kärnten und Slowenien sind Urheimat der Carnica und man will die Biene durch das Verbot anderer Rassen in diesem Gebiet einfach vor Einkreuzungen schützen.

Stirbt die Biene, stirbt der Mensch! Behält Albert Einstein Recht?

80% der Wild und Kulturpflanzen sind von der Bestäubungstätigkeit der Bienen abhängig. Anders gesagt ist jeder dritte Bissen den wir Essen von der Bestäubung der Bienen abhängig. Daher sind die Bienen nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier weltweit – klingt skurril ist aber so. Wetterextreme sind für Bienen kein Problem, weil sie damit umzugehen wissen. Das größte Problem für Bienen ist global gesehen, sicher der unachtsame Einsatz von Insektiziden – wir sind da in unserer Region glücklicherweise großteils verschont, weil es kaum großflächige landwirtschaftliche Monokulturen gibt.

Welchen Wunschtraum möchte sich Arno Kronhofer vielleicht nochmals privat erfüllen? Wär`s eine Weltreise oder doch was ganz anderes!

Derzeit bin ich wunschlos glücklich. Mittel- bis langfristig möchte ich aber schon noch das eine oder andere Projekt umsetzen – mir macht’s Spaß, wenn ich sehe, dass sich was tut.

Im 2010er-Interview zeigten Sie sich bereits als guter Kenner des „Oberkärntner Volltreffer“. Wie sehen Sie ihn heute?

Mir gefällt am „Volltreffer“, dass er viel Regionales enthält und bei seinen Wurzeln bleibt. In einer Medienwelt im Wandel ist der „Volltreffer“ eine verlässliche Konstante.


Sternzeichen: Steinbock

Beruf: Unternehmer, Obmann der Kärntner Imker

Lieblings-blume: Alpenrose

Lebensmotto: Nicht die Jahre in unserem Leben zählen, sondern das Leben in unseren Jahren

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