André Berger (Fohnsdorf, Berg/Drau) - Osttirol Online


André Berger (Fohnsdorf, Berg/Drau)

Eingestellt am 08.02.2019

Sei du selbst und verstecke dich nicht

André Berger (25) ist das Rampenlicht nicht ganz fremd, war er immerhin schon in zwei Filmen in einer Statistenrolle zu sehen. Diesen Donnerstag jedoch, am „Valentinstag“, 14. Feber, erzählt der Drautaler in der Barbara Karlich-Show zum Thema „Ich möchte meine Liebe nicht mehr geheim halten“, wie es ihm im Zuge seines Outings zu seinem Freund ergangen ist.

OVT: Herr Berger, was bewog Sie, in die Karlich-Show zu gehen?

André Berger: Ich wollte ja immer schon als Bühnengast bei der Barbara Karlich-Show auftreten, weil sie immer wieder interessante Themen hat. Ich schrieb auf Facebook eine Redakteurin der Karlich-Show an und fragte sie, ob sie vielleicht auch mal ein Thema über Gleichgeschlechtlichkeit machen könnte. Schlussendlich war es dann soweit, dass das Thema „Ich möchte meine Liebe nicht mehr geheim halten“ herausgekommen ist. Jeder erzählt seine Geschichte. Es sind aber auch Gäste dabei, die eine ganz andere Geschichte aus ihrem Leben mitbringen, die nichts mit Gelichgeschlechtlichkeit zu tun hat. Mehr möchte ich aber zum Sendungsinhalt noch nicht verraten. Einfach am Valentinstag (diesen Donnerstag), 16 Uhr, in ORF 2 den Fernseher einschalten.

 

Was war oder ist ihr größtes Anliegen damit?

Ich will einfach mit der Geschichte zu meinem Outing im August 2017 Menschen bewegen, die noch diesen Weg vor sich haben, um denen Mut zu machen, dass sie sich nicht verstecken. Ich trug das Geheimnis, dass ich auf Männer stehe, zehn Jahre in mir. Damals war ich 14 Jahre alt, als ich schon Männern nachschaute und ich wusste: „ja, ich bin schwul!“ In diesen zehn Jahren war ich in meinem eigenen Körper gefangen und der Druck in mir wurde größer und größer. Als ich dann meinen Freund im Internet kennenlernte, entschloss ich, mich mit einem Foto von uns beiden über Facebook zu outen. Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Es war eine riesige Erleichterung.

 

Was erhoffen Sie sich von diesem öffentlichen Auftritt? Werden Sie auch selber vor dem Fernseher sein?

Ich möchte einfach all jene Menschen erreichen, die sich privat als Schauspieler zeigen, weil sie sich noch nicht geoutet haben. Glaubt mir Leute, bevor ich mich geoutet habe, dachte ich mir: „Was werden die Leute sich denken und sagen“. Komplett „wurscht“ was die Leute sagen und sich denken! Man selber muss glücklich und frei sein. Nur so habt ihr ein erfülltes freies Leben. Als ich mich geoutet hatte, war ich wie neu geboren. Ein richtig super Gefühl so sein zu dürfen, wie man wirklich ist – und ich werde natürlich vor dem Fernseher sein.

 

Was können Sie den Lesern über die TV-Aufzeichnung erzählen?

Ich kann nur sagen: „Man muss einfach mal selbst dabei gewesen sein.“ Ich fand es Klasse – und vor allem die Barbara Karlich ist unbeschreiblich.

 

War Ihnen diesbezüglich ihre Film- und Bühnenerfahrung hilfreich?

Ja, es war mir in den zehn Jahren, als ich mich noch nicht geoutet habe, sehr hilfreich. Denn als Schauspieler kann man das viel besser überspielen, so dass es nicht auffällt. Aber innerlich wusste ich, das ist nicht mein wahres Ich und so möchte ich nicht weiterleben. Ich wusste nicht, wie lange ich dem Druck in mir noch standhalten könnte.

 

Im  „OVT“-Interview von 2017 sprachen Sie von ihrem größten Traum, einmal neben Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer in der Serie „Tatort“ zu spielen. Wie schaut es diesbezüglich aus?

Das ist auch nach wie vor einer meiner größten Wünsche, doch es hat sich bislang noch nicht ergeben. Neben „Soko Kitzbühel“, wo ich schon dabei war, möchte ich als nächstes bei „Soko Donau“ spielen. Da ich ja bei meinem Partner in Fohnsdorf in der Steiermark wohne, wäre Wien nur zwei Stunden entfernt. Natürlich kommt auch noch der „Tatort“ dran. Lasst euch überraschen!

 

Nehmen Sie bei Ihren Heimatbesuchen den „Oberkärntner Volltreffer“ in die Hände?

Ich fahre einmal im Monat mit meinem Partner nach Kärnten. Der „Volltreffer“ liegt meistens immer als einzige Zeitung auf dem Küchentisch, wo die anderen Zeitungen schon den Papierkorb gesucht haben. Und schon sehe ich nach, was es in Oberkärnten Neues gibt, bin aber auch öfters Zuhause in der Steiermark im Internet unterwegs auf „oberkaernten-online“. Was es in meiner alten Heimat Neues gibt, darüber bin ich also immer am Laufenden.

 

Kurz gefragt:

Beruf: Laienschauspieler und Molkereifachmann

Sternzeichen: Fisch

Ich schaue gern (TV/Film): Barbara Karlich-Show, Soko Kitzbühel und -Donau, Tatort

Leibgericht: Pizza Quattro Formaggi mit zwei Spiegeleiern drauf

Lieblingstier: Hund

Womit gehe ich nie außer Haus: mit der richtigen Bekleidung


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