Einen Altbau kaufen – lohnt sich das? - Osttirol Online


Zukünftige Eigenheimbesitzer stehen unter Umständen vor der Frage: Selbst bauen oder eine gebrauchte Immobilie kaufen? Einen Altbau zu erstehen, scheint aufgrund des erstmal niedrigen Preises oft eine große Verlockung zu sein. Allerdings sind einige Punkte zu beachten, damit das vermeintliche Schnäppchen wirklich günstig bleibt.

 

Unabhängiges Gutachten einholen

Es wäre ein großer Fehler, bei einem Altbau nur den aktuellen Kaufpreis zur Rate zu ziehen. Während bei einem Neubau alles auf dem neuesten Stand ist, ist das bei einem Altbau nicht der Fall. Hier gibt es verschiedene Positionen, die unter die Lupe zu nehmen sind:

  •  Dämmung
  •  Dach
  •  Fenster
  •  Heizung

Ist das Haus älter als zehn Jahre, können die zukünftigen Besitzer davon ausgehen, dass in der nächsten Zeit Instanthaltungsarbeiten notwendig sind. Allerdings haben die wenigsten Menschen das notwendige Wissen, um eventuelle Schwachstellen selbst zu entdecken. Um sie nicht später zu erkennen und dann schon in der Kostenfalle zu stecken, ist es sinnvoll, zumindest zu einer zweiten Besichtigung einen Sachverständigen beziehungsweise Gutachter als Begleitung mitzunehmen.

Eventuell gibt es bereits ein Verkehrswertgutachten über den wirklichen aktuellen Wert des Hauses, das der Verkäufer der Immobilie vorlegt. Dabei ist darauf zu achten, dass ein unabhängiger Sachverständiger es erstellt hat.

 

Neue Vorschriften für die Heizung

Nicht zu vergessen ist, sich bei der Besichtigung eines Altbaus den Energiepass zeigen zu lassen. Seit dem 1. Januar 2009 ist es in gesamt Österreich Pflicht, dieses Papier vorweisen zu können. Der Energieausweis kann wertvolle erste Hinweise darauf geben, ob Sanierungen dringend zu empfehlen sind.

Ist die vorhandene Heizung in die Jahre gekommen und ein Austausch ist notwendig, müssen Immobilienbesitzer ab dem 26. September neue Vorschriften beachten: Wollen sie ihre Öl- oder Gasheizung erneuern, müssen sie die teureren aber energiesparenden Brennwertgeräte einbauen. Es gibt aber einige Ausnahmen, wie Immowelt.at in diesem Artikel erklärt.

Bevor eine Immobilie in die engere Auswahl kommt, ist außerdem ein Blick in den Grundbuchauszug zu werfen. Hieran lässt sich erkennen, ob es Belastungen am Grundstück gibt und in wie weit sich dies auf den Wert des Grundstücks niederschlägt.

 

Protokolle von Eigentümerversammlungen

Handelt es sich bei dem Objekt um eine Eigentumswohnung, ist es zudem ratsam, sich die Protokolle der vergangenen Eigentümerversammlungen zeigen zu lassen. Zwar ist in ihnen nicht das gesamte Bild zu erkennen, aber dennoch sind dort wichtige Hinweise zu erkennen, welche Ausgaben in den kommenden Jahren auftreten.

Hier fallen Kosten für Renovierungen am Gemeinschaftseigentum an, die sich als Sonderumlagen niederschlagen.

 

Was ist in der Region geplant?

Bei aller Euphorie, die sich schnell einstellt, wenn scheinbar die richtige Immobilie gefunden ist, sollten die Käufer auf keinen Fall das Umfeld außeracht lassen.

Eventuell gibt es bereits Planungen für eine Umgehungsstraße, ein Einkaufscenter oder den Ausbau des Flughafens in den kommenden Jahren. Besonders wer nicht in der direkten Nähe wohnt, erfährt solche Projekte unter Umständen erst zu spät. Ein Anruf bei der Stadt oder der Gemeinde kann helfen, um solche Fallen zu umgehen.

 

Bildnachweis: intsys/clipdelaer.de

Eingestellt am 22.09.2015

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