Bei Katastrophen zählt jede Sekunde - Osttirol Online


Abseits von alltäglichen Hilfeleistungen ist das Rote Kreuz auch im Katastrophenfall bestens gerüstet. Die Bewältigung der meist unvorhersehbaren Ereignisse erfordert professionelles Katastrophenmanagement. Dazu arbeiten mehr als 82 Rotkreuz-Mitglieder in Osttirol (400 sind es in gesamt Tirol) Hand in Hand.

Katastrophen können unser Leben von einem Tag auf den anderen verändern. Während man im ersten Moment an Unwetter, Muren und Lawinen denkt, geht die Definition weit darüber hinaus. Das Rote Kreuz ist auch auf vom Menschen selbst verursachte Katastrophen bestens vorbereitet. Dazu zählen Großunfälle im Straßen- und Bahnverkehr, Großbrände und schwerwiegende Zwischenfälle in der Industrie. Die Spezialeinheiten vom Roten Kreuz funktionieren im Katastrophengebiet wie ein Räderwerk. Für eine rasche Unterstützung stehen mehr als 80 professionell ausgebildete KatastrophenhelferInnen rund um die Uhr bereit.

Der letzte größere Einsatz in Osttirol datiert aus dem Winter 2014. Am Wochenende von 31. Jänner bis 2. Feber waren Starkschneefälle in Osttirol dafür verantwortlich, dass mehrere Ortschaften im Bezirk von der Außenwelt abgeschnitten waren und die Einsatzkräfte Tag und Nacht im Dauereinsatz standen. Auch unser jetziger Bezirksrettungskommandant, Günter Payer, war damals vor Ort.

Günter, welche Erinnerungen hast du an den Starkschneewinter von 2014?

osttirol04Das Villgratental war damals die erste Region, die wegen Lawinengefahr „gesperrt“  werden musste. Ein Hauptamtlicher sowie weitere freiwillige Rotkreuz-Mitarbeiter haben daraufhin einen „Notdienst“ zusammengestellt und eine Art „Stippvisite“ bei bekannten Notfällen/Patienten im Ortsgebiet durchgeführt. In Hopfgarten i. D., wo im Zentrum noch rasch ein Hubschrauber-Landeplatz eingerichtet wurde und sich ein Gastarzt zur Hilfestellung bereit erklärte, haben unsere First Responder die „Stellung gehalten“. Neben diesen bekannten „Gefahrenregionen“ konnten wir auch die Gemeinde Kals im Vorfeld mit einer zusätzlichen notfallmedizinischen Materialbeistellung (MEGUS Medizin. Großunfallset zur Versorgung von mindestens  15 Personen) entlasten.

Hauptamtliche sowie freiwillige Mitarbeiter – First Responder (Sanitäter und Notfallsanitäter aus der unmittelbaren Nachbarschaft) – wurden vom direkten Dienstort frei gespielt, um in ihrem Wohnort für den Notfall einzuspringen und die örtlichen Ärzte unterstützen zu können. Ebenso wurde die Rotkreuz-Servicestelle in Lienz für den „Akutzeitraum“ personell aufgedoppelt, um Serientransporte zu canceln, verunsicherte Patienten zu beruhigen, neue Termine zu arrangieren und alle verfügbaren Fahrzeuge und Helfer zu instruieren bzw. den Regeldienst aufrecht zu erhalten.

Nicht zuletzt klappte auch die Organisation zweier Notunterkünfte, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, für je eine Reisegruppe aus Tschechien (mit 70 Personen) und Deutschland (mit 47 Personen) innerhalb einer Stunde nach Alarmierung durch die Gemeinde.

In Zahlen heißt dies, dass im Zeitraum von Freitag bis Montag (31. Jänner bis 2. Feber 2014) 278 Rotkreuz-MitarbeiterInnen gemeinsam 3.931 Stunden zusätzlich geleistet haben.           

 

Professionelle Hilfeleistung

BezStLeiterKatastrophen bringen das Leben der Betroffenen gehörig durcheinander. In solchen Situationen bedarf es professioneller und sofortiger Hilfeleistung. Das Rote Kreuz verfolgt genau diese Vorhaben mit bestem Wissen und Gewissen. In Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen und dem Bundesheer sind wir in Österreich für eine Vielzahl von Katastrophenfällen gerüstet und auch bereit, im benachbarten Ausland zu assistieren. Am 11. November fand erneut der Tag der Katastrophenhilfe statt. Im Rahmen der Veranstaltung, die vom Landesrettungskommando des Roten Kreuzes Tirol organisiert wurde, gab es wieder Fortbildungen für unsere Katastrophenhelfer. Im Namen des Roten Kreuzes möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Freiwilligen bedanken, die rund um die Uhr bereit stehen. Ohne euch wäre es undenkbar, innerhalb kürzester Zeit Hilfe zu leisten. (PR)

Egon Kleinlercher, Rotkreuz-Bezirksstellenleiter

 

 

 

 

Eingestellt am 22.11.2017

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