Im Jahr 2009 wurde der Bezirk Lienz ein eklatanter Rückgang an kriminellen Handlungen verzeichnet. Es gab um 220 Delikte (10 %) weniger als 2008. Ermittlungsarbeit und präventive Maßnahmen greifen.
Das belegt die jüngst erschienene Jahresbilanz der Bezirkshauptmannschaft Lienz. Während 2007 noch 2.371 Vergehen und im Jahr 2008 2.196 Delikte registriert wurden, „hagelte“ es im Vorjahr „nur“ 1.976 Anzeigen. „Das ist der beste Wert der vergangenen acht Jahre, zumindest was die erstatteten Anzeigen betrifft“, erklärt Bezirkspolizeikommandant Major Silvester Wolsegger und erläutert: „Bei genauerer Beleuchtung der Kriminalstatistik erkennt man, dass sich dabei der Großteil, ca. 64 % aller Straftaten, gegen fremdes Vermögen richtete. Im Jahr 2009 wurden dafür im Bezirk Lienz insgesamt 1.266 Anzeigen aufgenommen, was einem Rückgang von 11 % gegenüber dem Jahr zuvor entspricht. Verantwortlich dafür sind in erster Linie Sachbeschädigungen und Einbruchsdiebstähle, einfache Diebstähle mit allein 541 Fällen“, so Wolsegger. Letztere sind aber erfreulicherweise ebenfalls um knapp 10 % zurückgegangen, während es bei den Sachbeschädigungen sogar um knapp 24 % weniger waren. Den Grund für den Rücklauf sieht das Bezirkspolizeikommando im Einsatz des Videobusses, der seit Oktober in der Lienzer Innenstadt präventiv Akzente setzt.
Einbruchsdiebstähle häuften sich
Dass es aber auch Steigerungen zu verzeichnen gab, diese schmerzliche Erfahrung mussten vor allem die Betroffenen von Einbruchsdiebstählen machen. 140 Mal (+20) wurde in Osttirol eingebrochen. Das wirkt auf den ersten Blick beunruhigend. Bei genauerer Betrachtung der Statistik erkennt man aber, dass dafür vor allem Fahrraddiebstähle aus Tiefgaragen von Wohnhausanlagen verantwortlich sind. Die Anzeigen wegen Einbrüchen in Einfamilienhäuser hingegen sind um 30 % gesunken. „Polizeipräsenz, vermehrter Kontrolldruck und Präventionsoffensiven zeigen doch ihre Wirkung“, ist Wolsegger überzeugt.
Offensiv gegen organisierte Kriminalität
Um es international agierenden, organisierten Tätergruppen bei Eigentumsdelikten zu erschweren, wurde mit Kärnten und Italien ein Fahndungskonzept erstellt, um diese polizeiliche Präsenz an der Hauptverkehrsroute Pustertal-Drautal zu erhöhen und die polizeiliche Zusammenarbeit mit Italien zu intensivieren. Darüber hinaus wurde die Polizeiinspektion Sillian personell aufgestockt, um nach Wegfall der Personenkontrollen an der Grenze in Arnbach sowohl kriminal- als auch fremdenpolizeiliche Fahndungstätigkeiten an der Hauptverkehrsroute „Drautal“ und im Lienzer Talboden zu entwickeln. Vier darauf spezialisierte Beamte sind seitdem flexibel im Einsatz.
„Der Rückgang an Straftaten ist aber nicht nur auf die erfolgreiche Ermittlungs- und Fahndungsarbeit zurückzuführen“, resümiert Wolsegger. „Einen immer wichtigeren Teil der polizeilichen Arbeit macht die vorbeugende Aufklärung zur Verhinderung von Straftaten aus“.
Vorbeugende Maßnahmen
Neben den bereits seit Jahren erfolgreich durchgeführten schulischen Gewalt- und Suchtpräventionen, der Jugendprävention unter dem Motto „Bleib sauber – Jugend ok!“, Seniorenveranstaltungen, Eigentumsprävention und der Schulung von Bankbediensteten wurde im abgelaufenen Jahr ein weiterer Schwerpunkt gesetzt und gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Tirol ein „Sicherheits-Check“ durchgeführt. Osttiroler Klein- und Mittelbetriebe konnten sich dabei über Maßnahmen zur Diebstahl- und Einbruchssicherung informieren.
Einbrüche in Einfamilienhäuser gingen im Vorjahr stark zurück.
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