Osttirol Online

Prägraten a. G.: Acht Einsätze der Bergretter

„Es fällt auf, dass sich die Menschen für Bergrettungshilfe von Jahr zu Jahr dankbarer zeigen“, tat Friedl Steiner, Obmann der Bergrettung Prägraten, im Rahmen der Jahreshauptversammlung kund. Im Vorjahr leisteten die Mitglieder acht Einsätze. Allerdings hatte man auch acht Tote zu beklagen. Der Ausschluss von acht Mitgliedern wurde nicht thematisiert.

„Egal, ob die Betroffenen oder deren Leute von Osttirol kommen oder von auswärts. Sie zeigen immer öfter große Dankbarkeit. Dies fällt in den vergangenen Jahren besonders auf und spiegelt sich auch in ihrer Spendenbereitschaft wider“, resümierte Steiner vergangenen Samstagabend bei der Versammlung. Immerhin riskieren die Mitglieder der Bergrettung oftmals Kopf und Kragen, um etwa verschüttete, verschollene, abgestürzte Menschen zu finden. Im Vorjahr zählte man acht Einsätze. „Der heftigste war sicherlich jener im Maurertal, wo ein französisches Brüderpaar durch eine Lawine um sein Leben kam. Die tagelange Suche war sehr aufwendig und gefährlich. 121 Personen beteiligten sich daran.“ Im Vorjahr gab es in den Bergen von Prägraten ebenso acht Tote. „Ein solch schlimmes Jahr erlebte ich in meiner 29-jährigen Zeit als Bergretter noch nie“, versicherte Steiner.

„Noch keine Frau“

Die Bergrettung Prägraten zählt aktuell 46 Mitglieder. Davon sind 28 aktiv. „Allerdings haben wir noch keine Frau dabei. Etwa in Matrei oder Kals leisten sie ja schon wertvolle Arbeit“, betont der Obmann, der die jetzige gute Stimmung innerhalb des Bergrettungs-Teams in Prägraten hervorhob. „Wir sind zu einer richtigen Familie zusammengewachsen. Und das soll so bleiben.“ Dass man im Dezember 2009 einen Antrag an die Landesleitung auf Ausschluss von acht Mitgliedern – unter anderem wegen fehlender Teilnahme an den Übungen – stellte, war bei der Versammlung allerdings kein Thema. Steiner hält im Nachhinein dennoch fest: „Über einen Ausschluss kann nur die Landesleitung entscheiden, nicht wir.“ Das Verfahren läuft noch.

Seit 50 Jahren dabei

Im Rahmen der Versammlung stellte man einige Bergrettungsmänner auch auf das „Stockerl“. Drei sind bereits ein halbes Jahrhundert dabei: Friedl Kratzer, einstiger Hüttenwirt der Sajathütte, Seppl Unterwurzacher (zuletzt Wirt der Wagenitzseehütte) sowie Johann Kratzer. Ebenso wurde Reinhard Steiner für die Besteigung aller 240 Dreitausender in Osttirol gemeinsam mit seinem Virgener Kollegen Andreas Rofner geehrt.    


Osttirol 06.02.

Auf 50 Jahre Bergrettungsdienst kann man stolz sein. Noch-Bezirksleiter Hubert Obrist (l.) und Friedl Steiner (Obmann Bergrettung Prägraten) mit den Geehrten Seppl Unterwurzacher, Friedl Kratzer und Johann Kratzer (v. l.).