2009 war für die Tiroler Landwirtschaft ein sehr schwieriges Jahr. Es mussten Einkommenseinbußen von 20,4 % verschmerzt werden. Und die nächsten großen Veränderungen stehen ins Haus. Es gilt sich auf agrarpolitsche Rahmenbedingungen nach 2013 einzustellen.
„Eine Wende zeichnet sich ab. Die Oststaaten der EU werden die gleichen Begehrlichkeiten an die Fördermittel stellen wie wir. Das verspricht keine rosigen finanziellen Zeiten, bedeutet aber nicht das Ende der Landwirtschaft. Wir sind gefordert“, stellte Landwirtschaftskammerpräsident Ing. Josef Hechenberger im vollbesetzten Mehrzwecksaal Assling fest. Er beleuchtete Konfliktthemen wie Milchpreis, Landeskulturfond, Agrargemeinschaften, Umweltprogramm Öpul, Investitionsförderung, „Zentimetertierschutz“ und Ausgleichslage.
„Letztere wird es, wie die Betriebsprämien, auch nach 2013 geben, die Schlüsselfrage ist jedoch wie hoch sie ausfallen wird.“ Dazu habe man sich mit anderen Bergregionen zusammengeschlossen. „Unsere Forderung ist der Erhalt und Ausbau des Systems, und wir sind auf einem guten Weg“, ließ Hechenberger wissen.
Agrarpolitische Entwicklung
Wer garantiert,
dass nicht nach 40 Jahren wieder umgebaut werden muss?
Hat ein Landwirt
aus Osteuropa dann die gleichen Vorschriften zu erfüllen, wie die Verordnung
von Cross Compliance regelt? „Dies wird durch die Umsetzungsbestimmungen der
einzelnen Mitgliedsstaaten gehandelt“, so Hechenberger.
„Wir müssen aber
auf uns schauen, denn 2013 ist schneller da, als man meint. Die gesetzlichen
Übergangsfristen im Tierschutz laufen aus. Dementsprechend gilt es
vorzuarbeiten und wir kämfpen für 10 %-ige Toleranz bei Stalllänge und
Stallbreite. Auch in Lienz ist ein Planungsbüro vorgesehen, um Landwirten zu
helfen funktionstüchtige, finanzierbare Stallungen als Basis für die
Zukunft zu haben“, so der Kammerpräsident.
Regionale Produkte forcieren
Mehr Unterstützung
für kleine Strukturen, wünscht sich ein Bauer.
Dem pflichtete
Hechenberger bei. „,Regionalität‘ hat Zukunft und wir müssen unsere Produkte noch
besser an den Mann bringen. Regionalität betreffe nicht nur die Landwirtschaft
sondern auch die Wirtschaftstreibenden. 80 % unserer Bauern sind im Nebenerwerb
tätig, umso wichtiger ist es vor Ort einen Arbeitsplatz zu finden, denn sonst
können sie ihre Höfe nicht mehr bewirtschaften. „Diese Regionalität gilt es
außerdem noch mehr nach außen zu tragen. Tourismus und Landwirtschaft sind
gelebte Regionalität. Aber nicht nur eine gepflegte Kulturlandschaft, sondern
vor allem auch das gesunde Lebensmittel sollte propagiert und damit der
Verkaufsvorteil genutzt werden, vom Hotel in Osttirol bis ins Waldviertel“.Weitere Chancen
sieht Hechenberger im Ausbau der Genussregion, der Zuchtviehproduktion und
erneuerbarer Energie, ob in Form von Biomasse, Photovoltaik oder
Kleinkraftwerken.
Die größte Chance
für Assling sieht Ortsbauernobmann Karl Unterweger in der Biomasse. „Holz – und
Waldbewirtschaftung ist ein wesentliches Steckenpferd von Assling. Es gibt 267 Waldbesitzer. Im
Schnitt werden 10.000 bis 11.000 Festmeter Holz geschlägert. 16
Agrargemeinschaften bewirtschaften mehr als ein Drittel der Grundfläche und 900
Hektar Wald“, so Unterweger. „Außerdem läuft die Produktion von
Nischenprodukten und der Ab-Hof-Verkauf“ gut.
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