Osttirol Online

ÖBB-Fahrplan gerät aus dem Takt

Der Ärger für Bahnkunden ab Fahrplanwechsel am 14. Dezember ist vorprogrammiert. Osttirol befindet sich nämlich an der Schnittsstelle zweier Taktverkehre. Zubringerzüge aus dem Pustertal versäumen die überregionalen Verbindungen im Osten.

So kommt der Direktzug von Wien nach Lienz um 14.09 Uhr an. Der bisherige „Anschluss“-Zug nach Sillian und Südtirol fährt aber schon drei Minuten früher ab. In umgekehrter Richtung: Abfahrt des Direktzuges nach Wien um 15.50 Uhr – drei Minuten zu spät kommt der „Zubringer“ von Sillian und Südtirol. Dasselbe Problem gibt es bei der neuen Zugverbindung (nur an Samstagen) mit Abfahrt um 9.50 Uhr in Lienz. Auch dort geht es sich gerade um drei Minuten nicht aus.

Dipl.-Ing. Peter Grösser aus Wien – er fährt öfter nach Lienz – wandte sich in der Sache an die für den ÖBB-Personenverkehr zuständige Vorstandsdirektorin Mag. Gabriele Lutter und warf ihr eine „Verhöhnung der Kunden“ vor. Im Antwortschreiben argumentiert sie mit dem Zusammentreffen von zwei unterschiedlichen Taktverkehrsgefügen – jenen von Österreich und von Südtirol. „Eine Anpassung des Nahverkehrs zwischen Lienz und Innichen an die Züge des Fernverkehrs ist nicht möglich. Der Besteller dieser Leistungen (der Verkehrsverbund Tirol) setzt die Priorität auf die Anschlüsse von und nach Südtirol, die im kommenden Fahrplan bei drei Minuten liegen. Eine Verlegung der Züge würde daher die wichtige Anschlussverbindung zwischen Ost- und Südtirol zerstören und gleichzeitig das gesamte Taktgefüge der Südbahn beeinträchtigen.“ Also ist Lienz die Schnittstelle von zwei derzeit miteinander unverträglichen Taktverkehren. Eine Änderung sei derzeit nicht möglich, argumentiert Lutter, denn Verzögerungen im regionalen Takt bewirkten die Störung des übergeordneten Fernverkehr-Taktes.

Von den ÖBB-Mitarbeitern seien alle Möglichkeiten ergebnislos geprüft worden. Sie kündigt zugleich an: „Für das Jahr 2010 ist angedacht, die Südtiroler Verkehre in eine andere Taktlage zu bringen.“ Über Details der Planungen verfüge man noch nicht und könne somit noch keine Fahrzeiten nennen.

Grösser zeigt sich mit der Antwort nicht zufrieden. „Unser hoch bezahltes ÖBB-Management leistet also den Offenbarungseid, dass es ihm unmöglich wäre den Taktfahrplan zwischen Osttirol und Südtirol einerseits mit dem Taktfahrplan der Südbahn andererseits zu koordinieren.“

Chronik 13.11.

Umstellen müssen sich Bahnreisende auf der Pustertal-Strecke ab 14. Dezember. Foto: Roha