Umwälzende Verbesserungen im Eisenbahnverkehr stehen bevor: 23 zusätzliche Züge in der Woche zwischen Lienz und Spittal und täglicher Stundentakt zwischen Lienz und Innichen. Außerdem werden mehrere Zweisystem-Triebwägen angeschafft.
Die erste Phase auf der Osttiroler Bahnstrecke tritt mit Fahrplanwechsel im Dezember 2008 in Kraft. Wöchentlich verkehren dann zwischen Lienz und Spittal/Drau 23 zusätzliche Züge. Das entspricht Mehrkosten von 570.000 E, getragen vom Land. „Damit hat der Fahrgast eine fast stündliche Vertaktung. Und ab Dezember soll es dazu noch eine stündliche Verbindung von Lienz nach Innichen geben. Das ist ein Qualitätssprung und für Osttirol eine großartige Verbesserung“, teilte LR Anton Steixner am Montag in Lienz mit. Er versicherte weiterhin offene Ohren für neue Ideen in Lienz und Umgebung zu haben.
Bund zahlt zu wenig
Bgm. Dr. Johannes Hibler merkte an: „Für die Gemeinden ist der öffentliche Personennahverkehr ein Finanzierungsproblem. Deshalb bin ich froh über die Linie von Landesrat Steixner. Aber ich muss auch den Bund dafür kritisieren, was er uns für einen Talbodenbus bietet. In Wien etwa zahlt er 50 % für die U-Bahnen.“
Für Mag. Karl Poppeller, Vorstand der Felbertauernstraße AG, stellte der Schnellbus von Lienz nach Kitzbühel einen ersten wichtigen Schritt dar, dem weitere folgen müssten. „Die Annahme des Busses, der mautfrei gestellt ist, übertraf jedenfalls alle Erwartungen.“
Alle zwei Stunden nach Innsbruck
Zwischen Lienz und Innsbruck verkehren derzeit nur zwei durchgehende Züge. In einigen Monaten wird man alle zwei Stunden in die Landeshauptstadt und zurück nach Lienz fahren können. Allerdings noch mit Umsteigen wegen der unterschiedlichen Stromsysteme. Steixner spricht von knappen Umstiegszeiten von lediglich drei bis vier Minuten.
Das soll sich in der zweiten Phase verbessern. Das Land Südtirol bestellte im Juni 2007 acht Zweispannungstriebzüge, das Land Tirol will vier anschaffen. Erst mit dem Fahrplan 2010 können die Züge dann einen echten Verkehrsverbund bilden.
Der Landesrat will, dass es morgens und abends weiterhin zwei Direktverbindungen mit wenigen Haltestellen zwischen Lienz und Innsbruck gibt.
Attraktive Tarife
Überarbeiten möchte man die Ticket-Angebote. So soll es künftig im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr gemeinsame, einheitliche und attraktive Tarife geben. Vor allem längere Strecken solle man spürbar billiger befahren können.
Euphorie herrschte bei der Unterzeichnung des neuen Grundsatzpapieres am Dienstag am Brenner. „Heute ist ein wahrer Freudentag für alle Osttiroler, Südtiroler und Nordtiroler Pendler“, sagte Steixner. Lange hätten die Menschen auf der Pustertal- und Brennerstrecke auf entscheidende Verbesserungen warten müssen. „Heute können wir eine revolutionäre Vereinbarung präsentieren, die die historisch so eng verbundenen Länder Tirol und Südtirol in Zukunft noch näher zusammenrückt.“ Er sei stolz darauf, dies in intensiven Verhandlungen erreicht zu haben.
Steixner erwartet sich nicht eine Verdoppelung der Zahl der Bahnbenützer. Vor allem auch angesichts der hohen Treibstoffpreise.
V. l.: LR Dr. Thomas Widmann, LH Dr. Luis Durnwalder, LH DDr. Herwig van Staa, LR Anton Steixner. Foto: Land Tirol
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